Review – KawoNi von TrogMi

In letzter Zeit werden neue Tragen auf dem Markt immer wieder kritisch beäugt. – „Noch eine? – Man kann das Rad doch nicht neu erfinden…“ und ich muss zugeben auch ich war nicht überzeugt davon, eine neuartige Trage testen zu können bis zu dem Moment als ich die KawoNi von TrogMi in den Händen hielt.

Es handelt sich hierbei um eine Trage der zwei Clauwi-Trageberaterinnen Sandra und Maria, die in Italien leben und deren Ziel es ist, ein „rundum Wohlfühlpaket ums Tragen anzubieten“. Der KawoNi ist demnach ein bisschen wie unser Beratungs-Rundum-Sorglos-Paket, also eine Trage, die allen Bedürfnissen gerecht werden soll. Interessant ist schon das Konzept. Die Trage ist so kombinierbar, dass sie Mei Tai, Halfbuckle, Fullbuckle und Onbuhimo sein kann. Wie das funktionieren soll? Durch flexible Elemente, die durch ein ausgeklügeltes System ausgetauscht werden können. Der Schlüssel dafür sind zwei Ringe am Ende der Träger, durch die die Laschen am Ende des Rückenteils ähnlich wie bei einem Sling durchgefädelt und festgezogen werden. Aus Sicherheitsgründen, werden die beiden Teile dann verknotet. Das Prinzip erinnert etwas an die Emei, wobei die Ringe an einer ganz anderen Stelle angebracht sind. Jedoch kann so genau wie bei der genannten Trage, das komplette Rückenteil flexibel an den Tragling angepasst werden, was ein Riesenvorteil dieser Trage ist.

So interessant das klang, umso überraschter war ich, als ich die Trage in allen Einzelteilen vor mir liegen sah. Ein bisschen erinnerten mich die Teile an das beliebte Lego-Spiel. Auch hier müssen die Teile erst zusammengefügt werden, um ein ganzes Bild zu ergeben.

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Hier sehe ich aber auch ein Problem an der Trage. Dadurch sie so komplex gebaut ist, wird es gerade für Anfänger schwierig sein, alleine herauszufinden, welche Teile sie genau benötigen, wie sie diese einstellen und kombinieren können. Ohne Beratung halte ich das für kaum machbar und selbst ich, die ich schon sehr lange Erfahrung mit verschiedenen Tragen habe, musste mich erst einmal durch die Anleitungsvideos durcharbeiten, um alle Funktionen zu verstehen. Ist die Trage jedoch erst einmal angepasst, dann lässt sie sich vom Anfang bis zum Ende der Tragezeit einsetzen und bietet somit wirklich das von vielen Eltern gewünschte Rundum-Sorglos-Paket. 😉

Um die dem Umfang der Trage gerecht zu werden, werde ich den Review nun nach den einzelnen Teilen gliedern.

Halfbuckle und Mei Tai: Ich fing zuerst damit an, die Halfbuckle-Funktion zu testen. Das erste, was mir dabei auffiel, waren die gepolsterten Träger. Diese konnten meinen 12kg (leichten) Toddler ohne Probleme auf längere Zeit hin tragen. Ich spürte keine Schulterschmerzen und auch sonst kein unangenehmes Drücken und obwohl ich normalerweise kein Halfbuckle-Typ bin, empfand ich die Trage als sehr angenehm. Die einzelnen Trägerstränge ließen sich gut straffen und durch die beiden Ringe ganz genau ans Kind anpassen. Vorne funktioniert das sehr gut. Sowohl für kleine als auch für große Kinder ließ sich das Rückenteil passgenau einstellen. Ich selber mag es lieber, wenn das Rückenteil an den Seiten noch extra verstellbar ist aber durch das Umklappen ist eine Einstellung natürlich auch für die Kleinsten trotzdem gut möglich.

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Auf dem Rücken war das Einstellen etwas schwieriger – am besten, passt man die Trage vorne an und bringt das Kind danach auf den Rücken. Auch im Anleitungsvideo ist diese Schrittfolge vorgeschlagen. Ist die Trage erst einmal angepasst, ist das jedoch nicht mehr nötig, eine Ergänzung im Video wäre dafür sinnvoll. Durch den Brustgurt sind auch beim Rückentragen die Stränge rechts und links gut gesichert. Dass dieser erst umgefädelt werden muss, ist etwas umständlich. Dem Tragekomfort wird dadurch jedoch kein Abbruch getan, der Halfbuckle trägt sich sehr angenehm.

Die Mei Tai -Version entspricht vom Einstellen und Tragekomfort der Halfbuckle-Version, lediglich der Hüftgurt muss ausgewechselt werden. Dieser ist auch in dieser Version sehr angenehmt und sehr stabil.

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Fullbuckle: Mit der Fullbuckle-Einstellung hatte ich mich anfangs etwas gestritten. Ich bin Fullbuckle-Träger und an mein System gewöhnt. Schnell und einfach muss es funktionieren. Hierbei hat die Trage im Unterschied zu den meisten anderen zwei Einstellmöglichkeiten im oberen Bereich, wo man sie einhaken kann, da musste ich erste mein Optimum finden und natürlich lässt sie sich auch noch für Kinder, die noch nicht sitzen können, im unteren Bereich einschnallen. Schön wäre es, wenn die Gegenschnallen unten fest wären (z.B. durch Klett innen drin) So wackeln sie aktuell hin und her und sind dadurch recht schlecht in die Mitte auszurichten und bieten damit keine gut Orientierung, das Kind richtig auszutarieren. Auch wäre es toll, wenn die langen Gurt-Bänder an den Trägern auch aufzufädeln gingen wie beim Hüftgurt, allerdings mit stabilerem Gummi, denn der hält nicht wirklich.

Sind die ersten Problemchen überwunden und die Trage gut angepasst, hierbei lohnt es sich wirklich mit den Einstellungsmöglichkeiten zu spielen, dann sitzt sie optimal. Arme rein, Arme raus – kein Problem, das Rückenteil passt sich allem an. Mehrere Stunden Toddler tragen, super entspannend und bequem. Die Sportträger fand ich noch etwas bequemer als die normalen, durch den ergonomischen Schnitt, passen sie sich meiner Schulterpartie noch besser an aber das muss jeder ausprobieren. Mich hat die Fullbuckle-Funktion schlussendlich vollkommen überzeugt.

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Onbuhimo: Diese Funktion konnte ich am Ende der Woche leider nur noch kurz testen und muss sagen, dass ich einfach kein Fan von Hybriden bin. So optimal alle andern Funktionen gestaltet sind so ist die Onbu-Funktion nur eine gute Übergangslösung, da nehme ich lieber einen richtigen Onbu mit, der ist leichter, schneller einstellbar und man muss nicht ständig hin und her bauen. Bei den kurzen Testphasen fand ich keine für mich optimale Einstellung, entweder die Arme gingen nicht gut raus oder das Rückenteil wurde zu kurz, diese Funktion ist meiner Meinung nach nicht nötig.

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Alles in allem empfand ich die Trage wie eingangs beschrieben als ein gutes „Rundum-Sorglos-Paket“. Alle Funktionen sind sehr gut durchdacht und lassen sich optimal einstellen.  Insgesamt ist die Trage aufgrund der Ringe sehr schwer, was als störend empfunden werden kann. Auch werden die Anschaffungskosten eher im höheren Preissegment liegen. Wenn man allerdings davon ausgeht, dass man nur diese eine Trage vom Säugling bis zum großen Toddler nutzen kann, relativiert sich der Preis wieder. Die angenehme Polsterung und die flexiblen Einstellungsmöglichkeiten entschädigen für sämtliche Kosten. Für mich müsste es auf Grund des vielen Stoffs und einem starkem Schwitzekind eine leichte Sommerversion mit Leinen oder Seide geben, dann würde ich mir diese Trage auch selber zulegen.IMG_1770L2


Hersteller: TrogMi

Bewertung: 4,7

Preis: noch nicht veröffentlicht

Alle Infos wird es HIER geben.

Eine Trage, die mit Hilfe einer guten Beratung von Anfang bis Ende der Tragezeit nutzbar sein wird. Innovativ und funktional überzeugt sie in so gut wie allen Bereichen.

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